Kunst und Kultur



Dank der Bergbau gab es schon seit der Urnenfelderzeit zahlreiche Siedlungen, die nennenswerte ist die Stadt Aguntum bei Lienz.



Im Gegensatz zu Südtirol wurden im Norden viele Burgen und Kirchen um- oder neugebaut. Trotzdem sind einige Vertreter der Romantik zu finden wie die Leonhardkapelle in Nauders und die Nikolauskirche in Matrei in Osttirol.



Im 15. Jahrhundert, durch viele Bergwerke wurde das Land reicher, so konnte sich in Tirol die Gotik besonders ausbreiten. Vieles konnte spätere Umbauten überstehen, was sich an den spitzen Kirchtürmen zeigt, die auch nach einer Barockisierung meist erhalten blieben. Beispiele dafür sind Seefeld, Landeck und Schwaz. Neben kirchlichen Bauten entstanden weltliche wie das Rathaus und Burg Hasegg in Hall, Stadtturm und Goldenes Dachl in Innsbruck. Im Inntal entstand der Typus der Inn-Salzach-Stadt, zu sehen etwa in Innsbruck, Hall und Rattenberg.



Das 16. Jahrhundert brachte den Renaissance-Stil in Tirol. Es entstanden wenige, dafür aber bedeutende Werke, wie die Schlösser Ambras und Tratzberg und das Grabmal Kaiser Maximilians I. in der Hofkirche. Innsbrucks Altstadt ist ein gutes Beispiel für den übergang von Gotik zur Renaissance mit zahlreichen Häusern. Der Innsbrucker Raum ist schon seit der Spätgotik ein bedeutendes europäisches Zentrum des Bronzegusses. Das Oberland hat mehrere Fassadenmalereien auf Gasthöfen und Bürgerhäusern (Habichen, Oetz, Kauns, Ladis, Wenns).



Die Zeit der Gegenreformation brachte den Barock. Die ersten Bauten sind die Servitenkirche bei Volders und die Jesuitenkirche in Innsbruck, beide von Italien her beeinflusst. Die Baumeisterfamilie Gumpp bestimmte über drei Generationen lang die Architektur Innsbrucks, so daß Georg Anton Gumpp das Landhaus und die Umgestaltung des Stift Stams im Oberinntal schuf.
Der Innsbrucker Dom stammt vom bedeutenden Füssener Baumeister J. Herkomer. Andere bedeutende Künstler des Barock sind Jakob Prandtauer , Paul Troger und die Malerfamilie Zeiller im Außerfern als Vertreter der Lüftlmalerei, einer volkstümlichen Fassadenmalerei. Die Familie Singer ist im Unterland tätig. Franz de Paula Penz wirkte als geistlicher Baudirektor, durch ihn entstanden viele Dorfkirchen südlich von Innsbruck. Sein Hauptwerk ist die Wiltener Basilika, die als ein Höhepunkt des Rokoko gilt. Rokokostuck ziert auch die Fassade des Helblinghauses in Innsbruck.



Als Gegenbewegung zum Barock am Ende des 18. Jahrhunderts entsteht der Klassizismus mit einfacher, streng gegliederter Architektur. In Ansätzen zeigt er sich bei der Kirche von Neustift im Stubaital, deutlicher bei jener von Reith bei Kitzbühel. Die Napoleonischen Kriege und die darauffolgende Wirtschaftskrise sind einer weiteren Bautätigkeit abträglich. Die Fassade des Landestheaters in Innsbruck von 1846 weist klassizistische Säulen auf.
Ab der Mitte des 19. Jahrhunderts werden mehrere Kirchenbauten im Stil des Historismus - Neuromanik und Neugotik - errichtet, so etwa in Telfs, Weerberg, St. Nikolaus. Großflächige Wandmalereien der Kircheninnenräume nehmen den Renaissance-Stil der Nazarener wieder auf. Nur wenige Spuren hinterlässt der ornamentale Jugendstil an der Jahrhundertwende in Tirol, die bedeutendsten sind in Kufstein zu finden, sowie beim Winklerhaus bei der Triumphpforte in Innsbruck.
Malerei und Literatur verzeichnen im 19. Jahrhundert eine Aufschwung. Franz von Defregger und sein Schüler Albin Egger-lienz prägen mit seinen Genrebildern aus dem Tiroler Bauernleben das Bild von Tirol.
Der Geograf und Geologieprofessor Adolf Pichler war erst Wissenschaftler, später war er einer der einflussreichsten Dichter des 19. Jahrhunderts. Mit dem Dramatiker Franz Kranebitter bricht die Tiroler Literatur in die Moderne auf.



Albin Egger-lienz steht am Beginn der Moderne, Alfons Walde nimmt seine Motive wieder auf und betätigt sich als Architekt der Hahnenkamm-Seilbahnstationen in Kitzbühel.
Einige Werke des Dramatikers Karl Schönherr wurden Welterfolge. Ludwig von Ficker ,der auch Förderer von Georg Trakl war, gründet die Literaturzeitschrift Der Brenner in 1910, ein Forum für Kulturkritik.
Nach dem Ersten Weltkrieg kommt es zu einer Erneuerungsbewegung in der Architektur, getragen vor allem von Clemens Holzmeister und Alois Welzenbacher. Max Weiler gestaltete unter anderem 1954 auch die Wandbilder am Hauptbahnhof, aber da er mit seinen Fresken in der Theresienkirche auf der Innsbrucker Hungerburg für einen Skandal sorgte, wurden die abgenommen. Im 2004 am Neubau des Hauptbahnhofs wurden die Wandbilder wieder aufgehängt. Paul Flora hat einen der Karikatur ähnlichen Zeichenstil.




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